Beratung im Gehen - Wege zum Selbstvertrauen

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Gründe für eine Beratung im Gehen

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Psychologische Beratung (eine Definition)

In meiner Psychologischen Beratung geht es um Fragen, die das eigene Verhalten, Denken, Fühlen und Wollen hinsichtlich der Umsetzung eines Vorhabens zum Thema machen (Zielerreichung), sowie um Schritte zur Bewältigung gegebener oder befürchteter Hindernisse auf diesem Weg.

Allgemeines und gleichzeitig zentrales Anliegen ist dabei die Herstellung von Zufriedenheit und Erleichterung für den Klienten. Dies geschieht:

  1. zunächst durch ein Herantasten an das eigene "Glaubens- oder Überzeugungssystem". Damit ist keine Konfession oder ähnliches gemeint, sondern kulturell und im sozialen Miteinander (Erziehung und Sozialisation) erworbene Basissätze (Meinungen), wie die Dinge zu laufen haben. Diese Grundannahmen über das Leben oder bestimmte Seinsweisen können wichtige und hilfreiche Begleiter sein. Andererseits können sie aber auch hinderlich und schädlich für die eigene Entwickelung sein (z.B. "Dies oder jenes macht man nicht", "Indianer weinen nicht", "Frauen und Technik...", usw.).
  2. dann durch ein zunehmendes Vertrauen in das Betrachten von solchen Sichtweisen, die für ein Erkennen der Faktoren tragend sind, die Spannung und Stress verursachen. Erst wenn wir dies zulassen und akzeptieren, können wir neuere und reifere Perspektiven entwickeln bzw. vorhandene verändern und entwickeln.
  3. weiterhin durch ein Kennenlernen und erarbeiten von Maßnahmen und Strategien zum Selbstmanagement.
  4. anschließend durch das Planen, Einüben und Anwenden geeigneter Schritte bei zunehmender Ausblendung der Coachfunktion des Beraters.



Mein Grundverständnis von Beratung beruht auf folgenden Leitgedanken:

siehe auch hier



Zudem ist mein Beratungsansatz existentiell: Jedes Thema wird immer auch in einen Zusammenhang zum eigenen Lebensentwurf gestellt.

siehe auch hier



Setting: Beratung im Gehen

Es ist für meine Psychologische Beratung ganz grundlegend, dass die Termine zum größten Teil im Gehen stattfinden. Das wird an einem zuvor vereinbarten Ort sein. Sonstige Termine finden in der Regel in meinem Beratungsraum statt.

siehe auch hier



Abgrenzung der Psychologischen Beratung zur Psychotherapie

Die Psychologische Beratung grenzt sich vor allem dadurch von psychotherapeutischen Verfahren ab, als es in der Psychotherapie um ein direktes Behandlungs- und Heilverfahren zur Bewältigung von psychischen Krankheiten geht.









Mein Grundverständnis von Psychologischer Beratung




Allgemeines und psychologisches Beratungsgeschehen


Beratung allgemein

Ganz allgemein spreche ich von einem Beratungsgeschehen, wenn es auf der einen Seite zumindest eine Person gibt, die Rat erteilt und auf der anderen Seite eine oder mehrere Personen, die Rat empfängt bzw. empfangen: Dabei muss im Vorfeld nicht einmal um Rat gebeten worden sein.

In der Beratung geht es immer um ein Ziel: Der Ratsuchende möchte ein Vorhaben verwirklichen und der Ratgeber hat im besten Fall das Ziel, den Ratsuchenden zufrieden zu stellen bzw. ihn dabei zu unterstützen, sein Ziel zu erreichen.

Normalerweise sucht ein Ratsuchender eine Person auf, die er/sie* für seine Frage und hinsichtlich eines bestimmten Fachgebietes für kompetent hält. Kompetenz ist dabei an theoretisches Wissen und praktische Erfahrung geknüpft.

Handelt es sich beispielsweise um allgemeinere Sach- und Fachfragen, wie zum Beispiel, einen Urlaub in Kenia zu beabsichtigen, oder das Vorhaben, bestimmte Pflanzen im Aquarium zu halten, so kann man auch das Internet "um Rat fragen", sich Ratgeber in Buchform besorgen oder sich im Freundes- und Bekanntenkreis um- schauen, ob sich jemand mit dem Thema auskennt. Ganz allgemein sammelt man Informationen und holt Erkundigungen ein.

Es handelt sich im Beratungsgeschehen also zunächst um mittel- oder unmittelbare Beziehungen zwischen Menschen, bei denen es um den Austausch von Fragen und Antworten geht. Je präziser dabei die Fragestellung des Ratsuchenden ist, desto gezielter wird der Ratgeber darauf antworten können bzw. je besser und schneller wird man fündig.


* Wegen der Einfachheit beim Lesen, benutze ich ab jetzt das konventionelle, grammatische Geschlecht. Für mich steht damit die Gleichstellung von Mann und Frau nicht in Frage.



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Psychologische Beratung

Die Psychologische Beratung ist hinsichtlich allgemeiner, beraterischer Tätigkeit um wesentliche Punkte zu erweitern.

Zunächst ist mit Psychologischer Beratung eine bestimmte Form und Methode der Beratung gemeint. Eine Psychologische Beratung setzt nicht notwendigerweise ein Gespräch mit einem Psychologen voraus. Es geht auch nicht darum, Informationen über psychologisches Fachwissen einzuholen: beispielsweise, was es mit den Freudschen Instanzen von Ich, Es und Über-Ich auf sich habe.

Wohl kann es in der Psychologischen Beratung um Fragen gehen, die eine Fachberatung erfordern: Beispielsweise kann jemand eine Psychologische Fachberatung aufsuchen, wenn es um die eigenen Probleme im erzieherischen Umgang mit den eigenen Kindern geht.

In der Psychologischen Beratung geht es folglich um Fragen, die das eigene Verhalten und Handeln im Hinblick auf etwas anderes - natürlich auch auf sich selbst - zum Thema haben. Ziel ist dabei die Herstellung von Zufriedenheit und Erleichterung. Dies geschieht zum einen durch eine Eingliederung der geklärten Spannung und Stress verursachenden Faktoren im Inneren. Zum anderen durch das eigenständige Erkennen und Bewältigen der Stressoren in der Mitwelt. Die Psychologische Beratung ist dabei anleitende und unterstützende Begleitung. Der Berater hat sich im Laufe des Prozesses zunehmend zurückzunehmen. Zudem soll er den Klienten dabei ermutigen, Faktoren zur Bewältigung der ursprünglichen Problemlage in den eigenen Haushalt und Verantwortungsbereich zu integrieren.

In der Psychologischen Beratung können ganz persönliche und intime Gefühlsbereiche und Gedanken berührt werden. Die Psychologische Beratung zeichnet sich somit zu aller erst durch eine Beziehung aus, die von Vertrauen getragen sein muss. Stellt sich kein Vertrauen ein, so wird die Psychologische Beratung weitgehend fruchtlos bleiben.

Der Begriff Vertrauen stellt hier - mit dem der Beziehung - eine untrennbare Einheit dar: Es gibt wohl Beziehungen, die nicht von Vertrauen getragen sind, doch ist es umgekehrt nicht machbar, dass sich Vertrauen ohne Beziehung einstellt (Dies gilt auch für unser Selbst-Vertrauen bzw. der Beziehung, die ein jemand zu seinem Selbst hat).

Eine vertrauensvolle Beziehung stellt sich ein und ist nicht von Anfang an vorhanden. Der Volksmund sagt: Vertrauen kann man sich verdienen; d.h., es kann sich erweisen. Das aber geht nur in der Zeit.

Das, was sich in einer vertrauensvollen Beziehung mit der Zeit erweisen kann ist Verlässlichkeit und vor allen Dingen Einschätzbarkeit. ("...Und der Haifisch, der hat Zähne...")

Einschätzbarkeit hat, vor dem Hintergrund einer vertrauensvollen Beziehung, zu tun mit persönlichen Ängsten hinsichtlich des Missbrauchs der Intimsphäre und der innersten Geheimnisse.

Der Klient kommt in dem ein oder anderen Fall nicht umhin, sich mit den innersten Regungen und Mechanismen auseinanderzusetzen, die ihm auf dem Weg, ein bestimmtes Ziel zu erreichen, hindern bzw. ihn immer wieder bei seinen Vorhaben scheitern lassen.

Rückwärtsgerichtet ist der Blick mit den vielen Warums, die nach den Gründen forschen, die man als ursächlich für bestimmte Umstände sieht oder sehen möchte. Das hat wohl seine Berechtigung und mag so manches erhellen, doch die Ursachen zu analysieren und diese für das eigene Verhalten verantwortlich zu machen, kann uns auch stagnieren lassen: Vor allem, wenn man der Überzeugung ist, dass man dies oder jenes nicht mehr ändern kann (stabile Attributionen).

Daher ist der Blick in der Psychologischen Beratung vor allem nach vorne gerichtet. Schon ein <Wozu> als Frage ist da oft hilfreicher als ein <Warum>. Entwickelung findet in die Zukunft hinein statt. Aus der (eigenen) Geschichte kann und soll man zwar lernen, doch die Entscheidungen und das Wollen finden im Jetzt statt. Probleme und Widerstände erfordern Lösungen, bzw. eine Lösungsorientierung.

In gewissen Aspekten gleicht die Psychologische Beratung den Prinzipien, die auch in der Psychtherapie grundlegend sind. Anderst als in einer (Klinischen) Psychotherapie, geht es in der Psychologischen Beratung jedoch nicht um ein direktes sogenanntes Heilverfahren. Zudem geht es in der Psychotherapie vor allem um Störungen, die einem krankheitswertigen, also pathologischen Bereich angehören:

In der Klinischen Psychotherapie geht es zum Einen um eine diagnostische Fibel, die einen Katalog von "empirischen" Daten enthält, die sich jeweils durch psychiatrische und psychologische Experten zu einem Krankheitsbild verdichtet sehen wollen und zum Anderen um Menschen, die sich aufgrund ihrer Ausbildung qualifiziert fühlen, diese Krankheitsbilder (Pathologien) zu erkennen und deren Ursachen zu heilen oder zu mindest zu lindern.

Der Heiler im Betroffenen selbst wird zudem oft gar nicht erst in Betracht gezogen. Er (der Betroffene oder Kranke) soll für seine weitere Lebensbewältigung fit gemacht werden; wieder funktionieren. Damit spreche ich meine eher mechanistische Sicht der (Klinischen) Psychotherapie an: Der Mensch als Maschine, oder zumindest als Teil einer umfassenderen und größeren Maschine, der er zu dienen und in die er sich einzugleidern hat.

Den Menschen in seinem So-Sein als pathologisch zu sehen (was ja in mancherlei Hinsicht auch seine Berechtigung haben mag), ist Ausdruck einer Außenschau, die ihn nicht in seinen seelischen Nöten wahrzunehmen vermag, sondern an klassifizierten Defekten operiert. Die Operateure sind zuweilen oft Zeitgenossen, die entsprechende Konstellationen selbst überwunden glauben, oder die noch (für sich) daran arbeiten.

Des Weiteren kreist das Gespräch in der Psychologischen Beratung um ein Thema; ist themenzentriert. Das Thema bezieht sich auf ein Verhältnis, das der Klient hat im Hinblick auf das Erreichen eines bestimmten Ziels oder Vorhabens. Es stellen sich Schwierigkeiten ein, Probleme und Hindernisse tauchen auf, die den Klienten auf seinem Weg (oft immer wieder) scheitern lassen.

Doch kommt nicht der Problemgegenstand (oft ein anderer Mensch im Beziehungsgeschehen des Klienten, oder eine Situation) in die Beratung, sondern diejenige Person, die ihr Ziel zu erreichen oder ihre Vorstellung umzusetzen sucht.

Das psychologisch-beratende Gespräch ist demnach personenzentriert: Die Persönlichkeit mit all ihren dienlichen und weniger dienlichen Veranlagungen und Vorstellungsweisen steht im Mittelpunkt: d.h. die Person in ihrer Ganzheit.

Folglich gibt es zwei Zentren: Thema und Person. Hinsichtlich beider Zentren soll ein vermittelnder Ausgleich geschaffen werden, wobei ein Ziel darin besteht, dass der Klient ein Vertrauen fasst, sich selbst zur Aufgabe zu werden bzw. den Dialog in sich hinein zunehmen.

Oft versucht der Klient mit Hilfe des psychologischen Beraters herauszufinden, was er tun kann, um sein Ziel so zu manipulieren, dass dessen Erreichbarkeit für ihn machbar scheint. Gleichzeitig ahnt er/sie aber auch, dass die Probleme hinsichtlich seiner Zielvorstellung auch mit ihm selbst zu tun haben.

Oft hat der Klient die Vorstellung oder wünscht sich, dass der psychologische Berater ihn auf Grund seiner Kenntnisse und Erfahrung - und nicht zuletzt für das Entgelt - Ratschläge geben solle, wie er sinnvoll weiter vorgehen kann, um seine Vorstellungen umzusetzen, bzw. sein Ziel zu erreichen.

Es geht nun um die Art der Problemquellen und die Art der Zielvorstellung, ob es für den psychologischen Berater angebracht ist, einen direkten Rat zu erteilen. Schon aus berufsethischen Gründen wird er dies in vielen oder den meisten Fällen nicht tun können und wollen. Zudem hätte damit die Psychologische Beratung (so wie ich sie sehe) ihr Ziel verfehlt.

Für den Klienten ist es sinnvoll, dass sich die Gewissheit einstellt und sich in ihm das Gefühl entwickelt, dass er sein Problem selbst bewältigen kann. Und das soll nicht ein wages Gefühl sein: es muss den Tatsachen entsprechen!

Ratschläge, und sind sie auch noch so gut gemeint, können auch dafür stehen, Unmündigkeit zu produzieren, Selbstwert zu mindern und eine Abhängigkeit zu erwirken: Der Ratsuchende läuft immer auch Gefahr, eine Verantwortung für das eigene Handeln abzugeben und allein auf die Ratschläge eines anderen zu bauen, ohne diese mit dem eigenen Werteempfinden abzugleichen bzw. zu redefinieren. Dabei hat er nicht notwendig Einsicht gewonnen in die inneren Zusammenhänge und Gründe, die für die Befolgung eines Ratschlags ausschlaggebend sind. Oder anders ausgedrückt: Er weiß nun Bescheid, hat aber nichts erkannt.

Ob etwas richtig und angemessen oder falsch bzw. fehl am Platze ist, wird auch durch die Situation und die besonderen Zusammenhänge (Kontexte) entschieden: Das Richtige kann im nächsten Moment schon das Falsche sein. Wer mag da Ratschläge erteilen?! Durch eine erfolgreiche Bewältigung kleiner, wohlüberlegter Schritte, die der Berater mit dem Klienten entwirft und abstimmt, soll dieser sein Vertrauen in das eigene Tun zurückgewinnen. So kommt der Klient mit der Zeit immer mehr in die Lage, erfolgreiche Strategien aus einem Kontext in einen anderen zu überführen bzw. diese an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Dabei nimmt sich der Berater kontinuierlich aus den Entscheidungsprozessen heraus (fading out) und wird immer mehr zum beobachtenden Coach.

Die fachliche Kompetenz eines psychologischen Beraters liegt demgemäß auch darin, Erkenntnisprozesse in Gang zu bringen und den Klienten so auf seinen Erkenntnispfaden zu begleiten, dass er die Ernsthaftigkeit und das Zutrauen gewinnt, seine Ziele selbst ereichen zu wollen und zu können.

Ein vorläufig letzter Aspekt ergibt sich hierbei für die Psychologische Beratung: Persönliche Mekmale und Eigenarten, die der Klient bei seiner Lebensbewältigung als hinderlich und als Stress verursachend empfindet, können auch gleichzeitig Ressourcen und damit wichtige Helfer auf dem Lebensweg darstellen. Bestimmte Haltungen und Verhaltensweisen sind in manchen Situationen sogar erwünscht, während sie in anderen als eher als unpassend empfunden werden.

Es wird folglich nicht darum gehen, Unerwünschtes einach über Bord zu werfen oder auszusperren. Vielmehr geht es darum, ein Verhältnis den einzelnen Stärken und Schwächen gegenüber einzunehmen und sie jeweils sinnvoll zum Einsatz zu bringen. Da sowohl meine Stärken, als auch meine Schwächen meiner Persönlichkeit angehören, bin ich auch ganz natürlich darin, beides zu leben; entscheidend dabei ist die Angemessenheit.

Wenn ich mich entscheiden kann und die Wahl habe, etwas so oder anders zu tun, kann ich von einer Handlung sprechen. Vorher verhalte ich mich; d.h. ich reagiere einfach in der Weise, wie es durch Erziehung und Sozialisation in mir angelegt worden ist.

Eine vermeintliche Schwäche in diesem Sinne auch als Ressource anzuerkennen und sie in meinem Blick zu bewahren, schenkt mir die Möglichkeit, mich bewußt für oder gegen etwas entscheiden zu können. Insofern ist die Psychologische Beratung auch ressourcenorientiert. Ein Mensch ist erst "rund", wenn er sowohl seine Stärken als auch seine Schwächen kennt und akzeptiert: Ist dies nicht der Fall, so fehlt ihm eine Hälfte. Rollen kann bekanntlich die Kugel und eine Halbkugel liegt entweder flach auf dem Boden oder wippt wie eine auf ihrer Rückenschale liegende Schildkröte hin und her, ohne sich weiterbewegen zu können - von der Angriffsfläche und der Verletzbarkeit ganz abgesehen.

Die psychologische Beratung, so wie ich sie sehe, orientiert sich demnach an den folgenden Begriffen: Vertrauen, Beziehung, Begleitung, Verlässlichkeit, themenzentriert, personenzentriert, systemisch, ressourcen- und lösungsorientiert








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